Nachdem ich vor einigen Wochen meinen Artikel über das Scheitern meines Windrad-Projektes veröffentlicht habe, bekam ich von meinem Mitfreiwilligen Constantin eine Nachricht.
Constantin ist für die Firma Redcot (Renewable Energy Development Company Tanzania – www.redcot.co.tz) in Dar-es-Salaam eingesetzt. Dort ist er mit der Entwicklung und Verbreitung verschiedenster Arten von erneurbaren Energien beschäftigt. REDCOT ist die einzige Firma in Tansania, die Windkraftanlagen in Tansania herstellen. Aus alten Autoteilen u.ä. bauen sie Windkraftanlagen und verkaufen diese. Nachdem er meinen Artikel auf meinem Blog gelesen hatte und selber auch aufgrund von Hierarchie- und Kommunikationsproblemen verärgert war, schrieb er mir mit einem Vorschlag.
Das Projekt klinge zu gut, er säße an der Quelle, ob ich nicht mit ihm gemeinsam einen letzten Versuch wagen würde, das Projekt doch noch zu einer Genehmigung zu bringen. Sofort haben wir gemeinsam losgelegt.
Aufgrund von Constantins Teilnahme wurde nun auch der Lieferant des möglichen Windrades innerhalb meines Projektes festgelegt – REDCOT. Da REDCOT aber (für tansanische Verhältnisse) nur große Windkraftanlagen ab einer Nennleistung von 5KW herstellt, musste auch ein neuer Plan bezüglich der Finanzierung entwickelt werden.
Gemeinsam haben wir also kleinere Veränderungen innerhalb des Projektantrages vorgenommen und mit sehr viel Mühe schließlich doch eine Genehmigung erhalten. Unmittelbar nachdem wir diese erhalten haben sind wir direkt zum IOP nach Ilula gefahren. Dort haben wir zunächst in längeren Gesprächen mit der Leiterin des IOP,
Berit Skaare und ihrem Stellverstreter Edson Msigwa, unser Vorhaben vorgestellt und auch hier ZUstimmung bekommen. Außerdem haben wir eine sogenannte Feasibility Studydurchgeführt (Umsetzbarkeitsstudie). Mittels dieser Studie sollte vor Ort festgestellt werden, ob die Windkraftanlage auch auf dem Gelände des IOP aufgestellt werden könne, was für weitere Kosten (u.a. Kabellänge und Unterbringung für die Systemtechnik) zu berücksichtigen sind.
Nachdem all diese Schritte abgeschlossen wurden, konnten wir los legen und versuchen Sponsoren für das Projekt zu finden.
Folgende Kosten gilt es zu decken:
Windkraftanlage 5KW (von REDCOT) 24,700,000 TShs
Notwendige Baumaßnahmen 2,617,000 TShs
Verkabelung Lager / Arbeitshalle 2,000,000 TShs
Arbeitskosten (für Baumaßnahmen) 500,000 TShs
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GESAMTKOSTEN 29,817,000 TShs
[1 EUR = 1775 TShs ca. 16,798 EUR]
Im Rahmen eines Programms der Deutschen Botschaft in Dar-es-Salaam, mit welchem sogenannte Kleinstprojekte mit bis zu 10.000,- EUR unterstützt werden, erhofften wir uns einen Großteil der Kosten abdecken zu können. Von Tanja Neubüser, der Geschäftsführerin der DTP bekamen wir die Warnung, das dort recht lange dauert, bis die Anträge bearbeitet wären. Matthew Matimbwi, der Geschäftsführer von TASEA und einziger vehementer (nach wie vor) Verfechter unseres Windradprojektes, hätte im Januar einen Antrag eingereicht und würde immer noch auf die Bearbeitung dieses warten.
Wir haben also zunächst e-Mail Kontakt zu der Zuständigen Mitarbeiterin der Botschaft aufgebaut und schnelle einen Termin bei ihr bekommen können, so dass wir uns schon eine Woche später mit ihr trafen, um das Projekt persönlich vorzustellen und eine erste Anfrage zu einer möglichen Kostenübernahme zu stellen. Nach einer halben Stunde verließen wir die Botschaft wieder mit der Aussage: Findet die fehlende Geldmenge und ihr bekommt die 10.000,- EUR von der Botschaft.
Leider hat die uns zur Verfügung gestellte Zeit nicht gereicht, um für die verbleibende Geldsumme ebenfalls Sponsoren zu finden. Wir werden das aufgebaute Windrad also nicht mehr vor unserer Abreise sehen, weiterhin sind wir auf der Suche nach Sponsoren und Spendern. Mitte dieser Woche werde ich ein letztes Mal ins IOP fahren, um dort zu besprechen, welche Schritte durchgeführt werden müssen, sobald Constantin und ich von Europa aus den Startschuss geben.
Innerhalb von 3 Wochen gelang es uns nicht nur endlich eine Genehmigung für das Projekt zu bekommen, sondern auch alle nötigen und möglichen Schritte durchzuführen, sowie eine feste, jedoch bedingte, Zusage für ein Hauptsponsoring zu bekommen. Auch wenn wir immer wieder vor sehr hohe Wände gestoßen sind und diese erklimmen mussten, Rückschläge bekommen haben und wiederholt in unserem Vorhaben und unserer Arbeit zurück geworfen wurden, ist es uns dank unserer Hartnäckigkeit gelungen das Projekt nun endlich umsetzen zu dürfen! Wir geben unser bestes!


